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»Ich und meine Bubble«

über Antisemitismus im eigenen täglichen Leben nachdenken

ca. 6 min

Begegnet dir Antisemitismus online oder offline in deinem Alltag? Oder hast du das Gefühl, dass du nicht mit Antisemitismus konfrontiert wirst?

Hier findest du Zitate junger Menschen, die im Zuge der zweiten Respond! Studie zu ihren Antisemitismus Erfahrungen in sozialen Medien befragt wurden.

Klicke auf die Karten und verschiebe sie.

...viele von uns halt auch so super in so einer linken Bubble...

Also ich glaube, dass relativ viele von uns halt auch so super in so einer linken Bubble irgendwie und dementsprechend dann auch in den Algorithmen drinne […] ist. Und dass man das dann halt super wenig sieht und dadurch ähm erst also weniger Berührungspunkte hat, sagen wir es mal so.

„Aber ich meine, wenn man jetzt unter Freunden was oder unter anderen Leuten was übelst Abstruses sagt, dann würd man zumindest so ein komisches Gesicht kriegen oder so, mal einen Kommentar oder so, wo man merkt: Okay, wenn ich da jetzt weiter die Schiene fahre, dann rutsche ich hier ab irgendwie. Dann akzeptieren die mich nicht mehr, so. […] Dann ist man halt in der Bubble, in der man/ die zu einem passt. Und dann kann man da halt seinen Kram labern.“

...(Dass wir) einen Diskurs eingehen können, ist ja extrem selten...

„Also es gibt in jeder Gesellschaftsschicht Menschen mit fragwürdigen Ansichten. Aber dass WIR aus unser Bubble da wirklich so richtig in Kontakt kommen und wirklich einen Diskurs eingehen können, ist ja extrem selten. Weil im Netz wird es nicht passieren. Und wie kommen wir sonst in den Kontakt? Wenn das gar nicht in unseren Räumen stattfindet eigentlich, im richtigen Leben.“

...ich lese und sehe es einfach nicht...

„Also ich glaube auch dadurch, dass man oft bei den sozialen Medien so einen Algorithmus hat, dass man so in seiner Bubble bleibt, kommentiere ich dann irgendwie, glaube ich, eher nicht unter einen Post. Oder ich lese, ich sehe es einfach nicht, weiß ich nicht. Aber ich kann mich gerade an keine spezielle Situation erinnern. Höchstens, ich habe irgendwie direkt so eine Verbindung zu Facebook, weil da irgendwie vom Gefühl her auch manchmal eher so ein Klientel ist… irgendwie so ein bisschen älter und vielleicht eher im rechten Spektrum äh unterwegs und ja, oder vielleicht so unter BILD-Artikeln irgendwie […].“

...so in meiner eigenen Bubble bin, dass ich da gar nichts von mitgekriegt haben.

„wo ich richtig merke wie ich bei Social Media so heftig in meiner eigenen Bubble bin, dass ich da gar nichts von mitgekriegt habe, und gar nichts davon mitkriege und höchstens auch mal, wenn ich von Tagesschau einen Post sehe, dann bin ich so ein bisschen informiert. Aber sonst so habe ich keine Ahnung davon, weil ich eben, ja, auch nur den Sachen zum Beispiel jetzt folge, die mir halt gefallen.“

“ […], dass wir vielleicht aber auch das Glück haben, dass wir in unserer Bubble von der anderen nicht so viel mitkriegen.“

„I don’t have Twitter or like any media thing. I have only Insta but I have like closed profile and I’m only following my close friends…”

Die Zitate zeigen, dass viele junge Menschen Antisemitismus nicht in den eigenen Sozialen Medien verorten.

Es mag also sein, dass wir davon ausgehen, dass Antisemitismus nicht Teil unseres eigenen Lebens ist. Gleichzeitig sehen wir aber, dass Antisemitismus seit Jahrhunderten weit verbreitet ist und sich auch im Internet in verschiedenen Formen und Kontexten zeigt. Antisemitismus darf nicht nur das Problem von Jüdinnen und Juden sein!

01

Was haben die Zitate gemeinsam?

02

Was sind deine Gedanken dazu?